Electronic Café

Internet Fiesta Chat - 3. März 2001 um 20 h zum Thema:

Wie kann uns das Internet helfen, die lokale Kommunikation zu fördern?
Das Electronic-Community-Kaffeehaus als Designaufgabe und Anlaß zum Brainstorming

moderiert von Franz Nahrada

In einer Designstudie für ein Electronic Café ist obiges Bild entstanden. Es beinhaltet eine Vision: der Computer und das Internet als ganz selbstverständliche Medien, die nicht dem Ersatz der zwischenmenschlichen lokalen Kommunikation dienen, sondern ihrer Intensivierung.

Telekommunikation, die uns nicht verführt, in die Ferne zu schweifen, sondern die Nähe, die Nachbarschaft zu entdecken und lebenswerter, interessanter zu machen, durch das, was wir in der Ferne entdeckt haben und jetzt einander zeigen.

Eine unmögliche Vision? Werden wir in unseren Communities immer speziellere Vorlieben entwickeln, sodaß wir uns mit unserer Umgebung immer weniger gemeinsam haben?

Oder führen die vielen Möglichkeiten, die wir uns hereinholen können, zu einer neuen Kultivierung des Lokalen? Wie könnte das aussehen?

Das Electronic Café Karolinenhof ist ein Designentwurf, der als Fortsetzung und Resultat von sieben "Global Village"- Veranstaltungen in einem Wiener Außenbezirk prototypisch umgesetzt werden soll.

Dabei soll sich zeigen, daß die "New Economy" nicht gleichbedeutend ist mit Megaplexen und Einkaufszentren, einer Verarmung des lokalen Lebens und einem "Cocooning" in Wohnsilo oder Einfamilienhaus.

Sondern daß die Chance besteht, eine ganz neue und vielfältige Art von Nahversorgung zu kreieren. Die persönliche Ansprache und Dienstleistung auf ein neues Niveau zu heben, weil dahinter gewaltige Netzwerke stehen.

Teilweise wird das schon realisiert; am 25. Februar ist das erste "Bürgerbüro" der Stadt Wien im 15. Bezirk in Betrieb gegangen, an dem öffentliche Dienstleistungen gebündelt werden. Bankfilialen der CA mutieren zu vielseitigen Servicezentren.
"One Stop Shops" sind in aller Munde.

Das ECK-Konzept geht einen Schritt weiter: öffentliche, private und soziale Aktivitäten sollen sich unter einem Dach vereinen lassen; bis hin zu Gesundheit und Kultur. Mehr als je zuvor soll der Wohnbevölkerung in Fußweite zur Verfügung stehen. Bildungsaktivitäten, Produktpräsentationen und Nachbarschaftshilfe schließen sich nicht aus, sondern ergänzen einander.

Im Chat auf der Internet - Fiesta geht es darum, in einem Brainstorming die Impulse dieser Idee zu nutzen und zu transferieren: vielleicht können auch Schulen, Kaufhäuser, Gemeindeämter und viele andere Einrichtungen "produktive Synergien" durch das Internet erzeugen und ihrer lokalen Community als Vernetzungsknoten auf die Füße helfen. Ideen und Einfälle sind gefragt!


Chat: http://globalvillage.mainchat.de/

email: f.nahrada@magnet.at
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